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Projektdaten



Langzeitoutcome nach Gestationsdiabetes - Effekte fetaler Programmierung au die metabolische, kardiovaskuläre, neurokognitive und reproduktive Gesundheit junger Erwachsener und deren Mütter 25 Jahre nach Gestationsdiabetes


Hochschule
Universitätsklinikum Jena
Fakultät/Einrichtung
Medizinische Fakultät
Förderkategorie
Stiftungen
Zeitraum
2019 - 2020
Drittmittelgeber
Arbeitsgemeinschaft Geburtshilfe und Pränatalmedizin in der DGGG e.V.
Bewilligungssumme, Auftragssumme
5.000,00 €

Abstract:

Das Konzept der fetalen Programmierung hat einen inzwischen unumstrittenen Stellenwert für die Ursachenforschung metabolischer und kardiovaskulärer Erkrankungen genauso wie für die Entwicklung der gonadalen und neurokognitiven Funktionen. Neben Faktoren wie Frühgeburtlichkeit, Stress und intrauterine Mangelversorgung zeigen immer mehr Daten einen entscheidenden Einfluss der mütterlichen Stoffwechselhomöostase auf die Programmierung der lebenslangen Gesundheit des ungeborenen Kindes. Es konnte gezeigt werden, dass der mütterliche Diabetes assoziiert ist mit späteren kardiovaskulären und metabolischen Erkrankungen beim Kind. Neben der metabolischen pränatalen Prägung finden sich auch Auffälligkeiten der kognitiven Entwicklung: schulische Leistung und niedrigerer IQ. Auch für Frauen nach Schwangerschaften mit Gestationsdiabetes besteht ein erhöhtes Langzeitrisiko für metabolische und kardiovaskuläre Erkrankungen. Einflussfaktoren wie Insulinpflichtigkeit, mütterlicher präkonzeptioneller BMI, Familienanamnese und Stillen spielen eine große Rolle. Primärziel der Studie ist die Erfassung der Langzeiteffekte einer pränatalen Exposition eines Gestationsdiabetes auf die Gesundheit der Mütter und deren Nachkommen aus Schwangerschaften mit Gestationsdiabetes. Untersucht werden Effekte auf: die metabolische Gesundheit (z.B. Glukosetoleranzstörungen und Diabetes mellitus, Adipositas und metabolisches Syndrom); die neurokognitive Entwicklung (mentale Gesundheit und die adrenale sowie autonome Stressreaktivität); auf die kardiovaskuläre und Gefäßgesundheit (u.a. Blutdruckregulation und Endothelfunktion) und Effekte auf die Reifung der gonadalen Regulation (Pubertätsentwicklung und reproduktiven Gesundheit). Die Untersuchung der Mütter beschränkt sich auf die Betrachtung der o.g. metabolischen, kardiovaskulären, sowie neurokognitiven Effekte. Das Studienkollektiv setzt sich aus Mutter-Kind-Paaren zusammen, welche in den Jahren 1989-2001 im Jenaer Kompetenzzentrum für Diabetes und Schwangerschaft mit einem Gestationsdiabetes betreut wurden und bereits 2005 erstmalig durch Hunger-Dathe et al. nachuntersucht worden. Dieses gut charakterisierte Studienkollektiv soll im Rahmen dieser Studie erneut jetzt im Alter zwischen 16 und 29 Jahren nachuntersucht werden. Ziel ist es, mindestens 50 Mütter und 50 erwachsene Nachkommen für diese Studie zu rekrutieren. Erste Ergebnisse werden 2020 erwartet.
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