TU Ilmenau Humbold Bau

Projektdaten



Anwendung von PEEK-Stäben zur Stabilisierung zirkumferenter lumbaler Spondylodesen


Hochschule
Universitätsklinikum Jena
Fakultät/Einrichtung
Medizinische Fakultät
Förderkategorie
Stiftungen
Zeitraum
2018 - 2020
Drittmittelgeber
Deutsche Wirbelsäulenstiftung
Bewilligungssumme, Auftragssumme
20.000,00 €

Abstract:

Instabile schmerzverursachende Lendenwirbelsegmente, zum Teil mit einer Einengung des Spinalkanals, werden operativ mit einer Dekompression und Versteifung adressiert. Hierbei wird die Wirbelsäule mit Schrauben und Stäben fixiert und die Bandscheibe durch einen knochengefüllten Platzhalter ersetzt. Ein Nichtverheilen (Pseudarthrose) und die Nachbarsegmentdegeneration mit einer Inzidenz von 10-15% bzw. 25% stellen wiederum die Hauptkomplikationsmöglichkeiten und Probleme der Lendenwirbelfusion dar. Beides tritt häufiger bei alten Patienten ein und führt hier zu einer hohen Revisionsrate. Unter Berücksichtigung dieser Situation und der Alterung der Population sowie der Steigerung der Wirbelsäulenoperationszahlen resultiert eine relevante und wachsende Belastung für das Gesundheitssystem. Tierexperimente legen nahe, dass die Knochenheilung bei älteren Individuen mehr mechanischen Input für eine Durchbauung benötigt, als bei jüngeren. Die vorangegangenen Bemühungen, die Fixierung der Segmente steifer zu machen, wirkten der knöchernen Belastung im Zwischenwirbelraum jedoch durch sogenanntes „Stress shielding“ entgegen. Dies könnte die hohe Pseudarthroserate bei alten Patienten erklären. Daneben zeigen biomechanische Studien, dass eine weniger steife Fixation auch die Belastung der Nachbarsegmente senken kann. Benutzt man nun weichere Stäbe für die Fixierung der Wirbelsegmente, könnte man potentiell beide Probleme auf einmal adressieren. Bisher existierte keine prospektiv-randomisierte Studie, die den Einfluss des Stabmaterials auf den Erfolg der knöchernen Durchbauung oder auf die Anschlusssegmentdegeneration geprüft hat. Daher sind die Ziele der laufenden Studie: Vergleich der (I) Fusionsrate, (IIa) der Zunahme der Anschlusssegmentdegeneration (IIb), des Einflusses von Alter und Knochendichte (IIc), sowie des klinischen Ergebnisses zwischen Patienten, die eine Lendenwirbelfusion mit normalharten Titan- vs. weicheren Kunststoff(PEEK-)stäben erhalten.
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