TU Ilmenau Humbold Bau

Projektdaten



Nicht-Oberbeck-Boussinesq-Effekte in turbulenter Konvektion in tiefgekühltem Helium bei großen Rayleighzahlen


Hochschule
TU Ilmenau
Fakultät/Einrichtung
Maschinenbau
Förderkategorie
DFG
Zeitraum
2021 - 2024
Drittmittelgeber
Deutsche Forschungsgemeinschaft
Bewilligungssumme, Auftragssumme
293.490,00 €

Abstract:

Laborexperimente zur turbulenten Rayleigh-Benard Konvektion (RBC) in tiefgekühltem Heliumgas stossen zu den größtmöglichen Rayleighzahlen vor, die unter kontrollierten Bedingungen erreichbar sind und denen in atmosphärischer Turbulenz recht nahe kommen. Sie liefern uns folglich tiefere Einblicke in den turbulenten Transport von Impuls und Wärme in diesen natürlichen Systemen. Das Erreichen dieser sehr großer Rayleighzahlen erfordert jedoch den Betrieb der Experimente in der Nähe der Phasengrenze bzw. sogar des kritischen Punkts des Heliums, was wiederum Fluktuationen der Materialparameter, wie der kinematischen Zähigkeit oder der thermischen Diffusivität, nach sich zieht und zu Abweichungen vom Oberbeck-Boussinesq (OB) Regime der thermischen Konvektion führt. Dieses Regime ist durch eine Oben-unten-Spiegelsymmetrie der Strömungseigenschaften und ihrer Statistik charakterisiert. Im vorliegenden Projekt wollen wir diese Abweichungen vom OB-Fall, die so genannten nicht-Oberbeck-Boussinesq-Effekte, und ihren Einfluss auf den turbulenten Transport systematisch untersuchen. Dazu vereinen wir die existierende Expertise in Tieftemperaturexperimenten auf der tschechischen Seite mit der zu großen Direktsimulationen auf der deutschen Seite in einem gemeinsamen tschechisch-deutschen Projektantrag. Die detaillierten Parameterabhängigkeiten von Temperatur und Druck werden mittels der XHEPAK Software gewonnen, die die Zustandsgleichung des tiefgekühlten Heliumgases in voller Komplexität modelliert. Die so gewonnenen Materialparameterabhängigkeiten finden Eingang in die Simulationen der turbulenten Konvektion und können mit Simulationen des idealen OB Grenzfalls bzw. Experimenten bei gleichen Rayleighzahlen verglichen werden. Unsere Arbeit hilft folglich, die unterschiedlichen experimentellen Ergebnisse in Bezug auf die Existenz eines Übergangs in das ultimative Regime der RBC bei sehr großen Rayleighzahlen (mit einem deutlich größeren turbulenten Wärmetransport) besser zu verstehen.
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