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Projektdaten



Casemanagement im Rahmen des Pilotprojektes "Thüringer Versorgungsmodell für Metamphetamin konsumierende schwangere Frauen und ihre Kinder" (2021)


Hochschule
Universitätsklinikum Jena
Fakultät/Einrichtung
Medizinische Fakultät
Förderkategorie
Länder
Zeitraum
2021 - 2021
Drittmittelgeber
Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie
Bewilligungssumme, Auftragssumme
37.400,00 €

Abstract:

In den letzten zehn Jahren ist die Zahl der erfassten Patienten mit einer Suchtproblematik um mehr als das Siebenfache gestiegen. In der Suchthilfestatistik 2019 gaben 43.6 % der befragten Patientinnen in ambulanten Einrichtungen an, mindestens ein Kind zu haben, 2.4% der Klientinnen gaben eine Schwangerschaft zu Beginn der Betreuung an. Die Thüringer Landesregierung hat dieses Problem erkannt und finanziert seit 2020 ein Modellprojekt zur Verbesserung der speziellen Versorgungsituation Schwangerer und junger Familien in Jena. Das Thüringer Versorgungsmodell für Methamphetamin (und andere Drogen) konsumierende Schwangere und ihre Kinder stellt sich der Aufgabe schwangere Frauen bei dem Weg aus der Sucht zu unterstützen um mit ihren Kindern ein stabiles Leben führen zu können. Dazu wird ein Netzwerk aufgebaut von in der Region Jena vorhandenen AkteurInnen und Institutionen aus dem medizinischen Bereich wie dem Universitätsklinikum Jena, niedergelassenen Frauen- und Kinderärzten, Hebammen sowie Sucht – und Rehakliniken wie auch den kommunalen Einrichtungen der Drogenberatung, Familien- und Jugendhilfe und Frühen Hilfen. Die zentrale Rolle in diesem Netzwerk übernimmt eine am Perinatalzentrum Jena angebundene Case Managerin, die mit der Betroffenen ein für sie passendes Hilfsangebot entwickelt und sie beim Aufsuchen und der Aufrechterhaltung des Hilfsangebots unterstützt. Für Professionelle im Netzwerk bietet das Projekt Hilfe aus einer Hand im Sinne einer zentralen Ansprechpartnerin für den Bereich Sucht und Schwangerschaft. GynäkologInnen, Hebammen, Beratungsstellen und andere können sich mit betroffenen Klientinnen direkt an die Case Managerin wenden, Unterstützung bei der Vermittlung in entsprechende Hilfsangebote anfordern oder sich über die Thematik informieren. Eine zentrale Problematik im Themenbereich Sucht und Schwangerschaft ist die schwierige Erreichbarkeit der Klientel aufgrund der Stigmatisierung und bestehender Ängste der Mütter, ihre Kinder durch Inobhutnahme u.ä. zu verlieren. Um dieser Schwierigkeit zu begegnen arbeitet das Projekt stetig in der Vernetzung der bestehenden Hilfsangebote, v.a. mit niedrigschwelligen Angeboten, wie z.B. in Jena dem Kontaktcafé des „Hilfe zur Selbsthilfe e.V.“. Aus den im Modellprojekt gewonnenen Erfahrungen sollen Vorschläge für die Etablierung solcher dezentralen Unterstützungsangebote für andere Regionen Thüringens erarbeitet werden.
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