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Projektdaten



Verbundprojekt: Hochparalleles Profiling der Wirtsantwort auf lebensbedrohliche Infektionen (LPI-BT4) - Teilvorhaben: Lebensbedrohliche Infektionen - Muster und Mechanismen der Wirtsantwort


Hochschule
Universitätsklinikum Jena
Fakultät/Einrichtung
Medizinische Fakultät
Förderkategorie
Bund
Zeitraum
2021 - 2026
Drittmittelgeber
Bundesministerium für Bildung und Forschung
Bewilligungssumme, Auftragssumme
3.249.000,00 €

Abstract:

Für die Behandlung der Sepsis gibt es trotz jahrzehntelanger intensiver Forschung noch keine Therapien, die auf die fehlregulierte Wirtsantwort zielen, die jedoch ein charakteristisches Merkmal einer Sepsis ist. Aktuelle therapeutische Konzepte konzentrieren sich auf kausale Therapie, also frühzeitige Antibiose, und unterstützende Therapien zur Stabilisierung der beeinträchtigten Organfunktionen. Vielversprechende Wirkstoffkandidaten zur Modulation der Wirtsantwort scheiterten in zahlreichen klinischen Studien. Nach neueren Erkenntnissen könnte dies den höchst individuellen Krankheitsverläufen zuzuschreiben sein, die in großen klinischen Studien nicht berücksichtigt wurden. Welche Faktoren dabei Vorhersagewert für individualisierte Diagnose und Monitoring haben, ist bislang kaum verstanden. Genaueres Wissen und geeignete diagnostische Methoden könnten ermöglichen, Untergruppen von Patienten zu identifizieren, die auf bestimmte Therapien ansprechen. Ziel des Vorhabens ist eine Charakterisierung der Wirtsantwort, u. a. der Veränderungen des Immunsystems, des Stoffwechsels und der Signaltransduktion, sowie deren Umsetzung als Point-of-Care-Verfahren. Eine Modellierung soll eine Zuordnung zu bestimmten Typen der Wirtsantwort erlauben. Darauf aufbauend werden Methoden etabliert, die für ein Monitoring des Patientenstatus im intensivmedizinischen Umfeld geeignet sind und so den Weg für individualisierte Medizin ebnen. Letztlich soll das Vorhaben in die präklinische Testung von Therapeutika münden, die angepasst an den Krankheitsverlauf verabreicht werden. Klinisch Forschende sichern die Durchführung des Vorhabens im hochregulierten klinischen Umfeld, erforschen molekulare Krankheitsmechanismen und tragen Kompetenz hinsichtlich der Validierung neuer Methoden bei. Die Verbindung zu photonischen Technologien könnte Diagnostik und Therapieentscheidungen deutlich beschleunigen, was im Falle lebensbedrohlicher Infektionen die Patientenversorgung nachhaltig verbessern könnte.
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